Grosshandelskunden bestellen anders. Sie kennen das Sortiment, sie wissen was sie brauchen, und sie haben keine Lust auf einen Shop, der sie durch Kategorien führt. Was sie wollen, ist Tempo und Verlässlichkeit.

Dieser Artikel listet die sieben Funktionen, ohne die ein Grosshandels-Webshop 2026 nicht ernst genommen wird. Nicht die längste Liste, sondern die, die im Alltag zählt.

Auf einen Blick

  • Tempo schlägt Optik. Ihre Kunden wollen 40 Positionen in zwei Minuten erfassen, nicht stöbern.
  • Verfügbarkeit und Preis müssen stimmen, sonst greift der Kunde wieder zum Telefon.
  • Gebinde und Verpackungseinheiten werden fast immer vergessen und sind fast immer nötig.
  • Faustregel: Jede Funktion, die dem Einkäufer keine Zeit spart, ist im Grosshandel Ballast.

Warum Grosshandel eigene Regeln hat

Im B2C entscheidet der Shop über den Kauf. Im Grosshandel ist die Kaufentscheidung längst gefallen, oft vor Jahren, als der Lieferant gewählt wurde. Der Shop entscheidet nur noch darüber, ob die Bestellung schnell geht oder ob der Einkäufer anruft.

Das verändert die Prioritäten vollständig. Produktbilder sind zweitrangig. Was zählt, sind Artikelnummer, Preis, Verfügbarkeit und ein Weg, das Ganze in wenigen Klicks abzuschliessen.

1. Kundenpreise, die stimmen

Der eingeloggte Kunde sieht seinen Preis. Nicht den Listenpreis mit dem Hinweis "Rabatt wird im Warenkorb abgezogen", sondern den Preis, der auf der Rechnung stehen wird.

Das klingt selbstverständlich und ist es nicht. Sobald Rahmenverträge, Staffeln und Sonderkonditionen zusammenkommen, wird das technisch anspruchsvoll. Acht Umsetzungen vergleicht der Artikel zu Kundenpreisen im B2B-Webshop. Der saubere Weg führt in der Regel über das ERP.

2. Quick-Order

Ein Eingabefeld, in das der Einkäufer Artikelnummern und Mengen tippt oder eine Liste einfügt. Für Stammkunden mit wiederkehrenden Bestellungen ist das die meistgenutzte Funktion überhaupt, deutlich vor Suche und Navigation.

Wichtig ist die Toleranz: Der Kunde nutzt vielleicht seine eigene Artikelnummer, nicht Ihre. Ein gutes Quick-Order erkennt beide. Details im Artikel zu Quick-Order im B2B.

3. Verfügbarkeit in Echtzeit

Ein Bestand, der nicht stimmt, ist schlimmer als kein Bestand. Wenn der Shop "verfügbar" zeigt und drei Tage später eine Teillieferung kommt, hat der Kunde ein Problem mit seinem Kunden.

Klären Sie früh, was der Shop zeigt: freien Bestand, verfügbaren Bestand inklusive Zulauf, oder eine Ampel mit Lieferdatum. Wie aktuell die Daten sein müssen, behandelt der Artikel zu Echtzeit-Sync und Batch.

4. Bestellhistorie und Wiederbestellung

Die letzte Bestellung mit einem Klick wiederholen, einzelne Positionen anpassen, fertig. Klingt unspektakulär, spart Ihren Kunden aber am meisten Zeit.

Ergänzen Sie es um wiederkehrende Bestelllisten. Wer jeden Monat dieselben 30 Artikel bezieht, will diese Liste gespeichert haben, nicht jedes Mal neu zusammenstellen.

GROSSHANDEL · DER BESTELLWEG HEUTE OHNE SHOP Einkäufer Telefon / Mail Innendienst Erfassung im ERP MIT SHOP Einkäufer Quick-Order im Shop ERP Zwei Schritte statt vier. Jede Statusanfrage, die der Shop beantwortet, ist ein Anruf weniger.

5. Gebinde und Verpackungseinheiten

Der am häufigsten vergessene Punkt. Wenn Sie in Kartons zu 24 Stück liefern, muss der Shop das abbilden: Mindestbestellmenge, Verpackungseinheit, Rundung auf das nächste volle Gebinde.

Ohne diese Logik bestellt der Kunde 30 Stück, bekommt 48 und ist verärgert. Zeigen Sie beides an, die Stückzahl und die resultierenden Gebinde, damit keine Überraschung entsteht.

6. Firmenkonten mit Rollen

In vielen Betrieben bestellen mehrere Personen. Der Lagerist bestellt Verbrauchsmaterial, der Einkaufsleiter gibt grössere Positionen frei, die Buchhaltung will die Rechnungen sehen.

Ein Firmenkonto mit mehreren Nutzern, unterschiedlichen Rechten und optional einer Freigabegrenze bildet das ab. Ohne diese Struktur teilen sich am Ende fünf Leute einen Login, und niemand weiss, wer was bestellt hat.

7. Belege, Zahlungsziele und Lieferstatus

Rechnung auf Ziel ist im Grosshandel Standard. Der Kunde soll seine Lieferscheine, Rechnungen und Auftragsbestätigungen im Konto finden, statt sie beim Innendienst anzufordern.

Dazu gehört der Lieferstatus mit Trackingnummer. Jede Statusanfrage, die der Shop beantwortet, ist ein Anruf weniger im Innendienst. Das ist der Punkt, an dem sich der Shop intern rechnet.

Was je nach Branche dazukommt

Über diese sieben hinaus gibt es Anforderungen, die von Ihrem Sortiment abhängen:

Und jetzt ehrlich

Die meisten Grosshandels-Shops scheitern nicht an fehlenden Funktionen, sondern an drei anderen Dingen: unsauberen Artikeldaten, falschen Beständen und einem Aussendienst, der den Shop nicht empfiehlt.

Wenn Sie also priorisieren müssen: Räumen Sie zuerst die Daten auf, sorgen Sie für verlässliche Bestände und holen Sie den Aussendienst ins Boot. Eine perfekte Funktionsliste auf schlechten Daten nützt niemandem.

Fazit und nächster Schritt

Zusammengefasst: Sieben Funktionen entscheiden im Grosshandel: korrekte Kundenpreise, Quick-Order, verlässliche Verfügbarkeit, Wiederbestellung, Gebinde-Logik, Firmenkonten mit Rollen und Belege im Kundenkonto. Alle sieben haben denselben Zweck, nämlich dem Einkäufer Zeit zu sparen. Alles andere ist im Grosshandel Beiwerk.

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