Im B2C gilt: ein Kunde, ein Konto. Im B2B stimmt das fast nie. Hinter einer Bestellung stehen oft ein Einkaufsleiter, drei Disponenten, ein Werkstattchef und die Buchhaltung. Alle bestellen für dieselbe Firma, aber nicht alle dürfen dasselbe.

Genau dafür gibt es Company Accounts. Dieser Artikel zeigt, was dazugehört, welche Umsetzungswege es gibt und wo Projekte typischerweise hängen bleiben.

Auf einen Blick

  • Ein Company Account bildet die Firma Ihres Kunden ab: mehrere Benutzer, eigene Rollen, gemeinsame Konditionen.
  • Fünf Bausteine gehören dazu: Firmenstruktur, Rollen, Kreditlimit, Freigaben und gemeinsame Listen.
  • Drei Umsetzungswege: Adobe Commerce standardmässig, Magento Open Source mit Erweiterung oder Eigenentwicklung.
  • Faustregel: Die Aufteilung zwischen ERP und Shop entscheidet über den Aufwand, nicht die Funktion selbst.

Was ein Company Account ist, und was nicht

Ein normales Kundenkonto gehört einer Person. Ein Company Account gehört einer Firma. Darunter hängen mehrere Benutzer mit eigenem Login.

Ohne Company Account teilen sich oft fünf Mitarbeitende ein Login, und niemand weiss, wer was bestellt hat. Mit Company Account hat jeder sein eigenes Login. Die Bestellung läuft trotzdem auf die Firma, mit deren Preisen und Konditionen.

Wichtig: Ein Company Account ist kein Preismodul. Die Preise hängen an der Firma, die Rechte an der Person. Wie Preise sauber in den Shop kommen, zeigt der Artikel zu Kundenpreisen im B2B-Webshop.

Woran Sie merken, dass Sie Company Accounts brauchen

Treffen zwei oder mehr Punkte zu, lohnt sich die Funktion fast immer.

Die fünf Bausteine eines Company Accounts

1. Firmenstruktur

Die Firma mit ihren Abteilungen, Standorten oder Teams. Bei einem Grosshandelskunden sind das oft Filialen, bei einem Industriekunden Werke oder Kostenstellen.

2. Rollen und Rechte

Wer darf was? Typische Rollen sind Firmen-Admin, Einkäufer, Besteller mit Limit und Nur-Ansicht. Der Firmen-Admin verwaltet seine Benutzer selbst. Das entlastet Ihren Innendienst spürbar.

3. Kreditlimit und Budgets

Kauf auf Rechnung bis zu einem Limit, pro Firma oder pro Benutzer. Das Limit kommt idealerweise aus dem ERP, nicht aus einer Excel-Liste.

4. Freigabe-Workflows

Bestellungen über einem Betrag oder mit bestimmten Artikeln gehen zuerst an eine vorgesetzte Person. Erst nach deren Freigabe wird bestellt.

5. Gemeinsame Listen

Einkaufslisten, die das ganze Team nutzt. Kombiniert mit Quick-Order spart das bei Stammkunden die meiste Zeit.

Drei Umsetzungswege

Ehrlich gesagt entscheidet oft die Lizenzfrage mehr als die Funktion. Ob sich Adobe Commerce für Sie rechnet, zeigt der Vergleich Adobe Commerce vs Magento Open Source. Auch Shopify hat seine B2B-Funktionen ausgebaut, stösst bei komplexen Freigaben und tiefer ERP-Anbindung aber schneller an Grenzen, siehe Shopify Plus oder Magento für B2B.

COMPANY ACCOUNT · EINE FIRMA, VIELE EINKÄUFER Firma Preise · Kreditlimit (aus ERP) Firmen-Admin verwaltet Benutzer selbst Einkäufer bestellt ohne Limit Besteller mit Limit über Limit → Freigabe Nur-Ansicht Preise, Rechnungen Freigabe Preise hängen an der Firma. Rechte hängen an der Person.

Das ERP entscheidet mit

Der häufigste Fehler: Company Accounts werden im Shop gebaut, ohne das ERP mitzudenken. Dann pflegt jemand Firmen, Ansprechpartner und Kreditlimits doppelt.

Wer diese Aufteilung vor dem ersten Sprint festlegt, spart im Projekt Wochen.

Vier Stolpersteine aus der Praxis

Und jetzt ehrlich

Wenn bei Ihren Kunden meist eine Person bestellt, sind Company Accounts Overhead. Dann reichen Kundengruppen mit eigenen Preisen. Nicht jede B2B-Funktion lohnt sich für jeden B2B-Shop.

Fazit und nächster Schritt

Zusammengefasst: Company Accounts lohnen sich, sobald mehrere Personen pro Kundenfirma bestellen. Entscheidend ist nicht die Funktion im Shop, sondern die saubere Aufteilung zwischen ERP und Shop. Starten Sie mit drei bis vier Rollen und bauen Sie aus.

Wie wir Company Accounts, Quick-Order und Kundenpreise umsetzen, sehen Sie auf unserer Seite zu B2B-Onlineshops.

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