Trotzdem entscheiden viele KMU nach Offertpreis und Referenzlogos. Beides sagt wenig darüber, wie ein Projekt läuft. Diese sieben Kriterien machen Agenturen vergleichbar, jeweils mit einer Prüffrage für das Erstgespräch.
Auf einen Blick
- Der Offertpreis ist ein schlechtes Auswahlkriterium, die Kosten entstehen im Projektverlauf und nach dem Go-Live.
- ERP-Erfahrung entscheidet bei KMU mehr über den Erfolg als das Design.
- Realistischer Rahmen: CHF 30'000 bis 120'000 für einen B2B-Shop mit ERP-Anbindung, 4 bis 6 Monate bis zum Go-Live.
- Faustregel: Stellen Sie jeder Agentur dieselben sieben Fragen und vergleichen Sie die Antworten, nicht die Präsentationen.
Die sieben Kriterien
1. Magento-Fokus statt Generalist
Magento ist mächtig, aber anspruchsvoll. Eine Agentur, die nebenbei WordPress, Shopify und Apps baut, hat selten die nötige Tiefe.
Prüffrage: «Wie viele Magento-Projekte haben Sie in den letzten zwei Jahren live gebracht?»
2. Zertifizierungen, aber nicht nur
Adobe zertifiziert Entwickler, etwa als Adobe Commerce Professional oder Expert. Für das moderne Hyvä-Frontend gibt es eigene Zertifikate. Zertifikate zeigen, dass jemand das System kennt. Sie zeigen nicht, ob das Team gut zusammenarbeitet.
Prüffrage: «Welche Personen mit welchen Zertifikaten arbeiten konkret an meinem Projekt?»
3. Erfahrung mit Ihrem ERP
Bei KMU mit 20 bis 100 Mitarbeitenden hängt der Erfolg selten am Shop allein. Er hängt an der Anbindung an Abacus, SAP Business One, Dynamics 365 oder myfactory. Wer Ihr ERP noch nie angebunden hat, lernt auf Ihre Kosten.
Prüffrage: «Welche Anbindungen an unser ERP haben Sie gebaut, und was lief dabei schief?»
Eine ehrliche Agentur kann die zweite Hälfte der Frage beantworten. Hintergrund liefern der Abacus-Guide und der Artikel ERP-Schnittstelle: Make or Buy?.
4. Wer arbeitet wirklich am Projekt?
Viele Agenturen verkaufen in der Schweiz und entwickeln im Ausland. Das ist nicht per se schlecht. Aber Sie sollten es wissen, bevor Sie unterschreiben.
Entscheidend ist die Projektleitung. Sie muss Ihre Prozesse, Ihre Sprache und Ihr ERP verstehen. Und sie muss erreichbar sein, wenn es brennt.
Prüffrage: «Wer ist mein fester Ansprechpartner, und wo sitzt das Entwicklerteam?»
5. Transparente Preise und Abrechnung
Ein B2B-Webshop mit ERP-Anbindung kostet in der Schweiz realistisch CHF 30'000 bis 120'000. Wer deutlich darunter anbietet, lässt etwas weg: bei den Anforderungen oder beim Endpreis. Die Details stehen im Artikel B2B-Webshop Kosten Schweiz.
Achten Sie auf die Abrechnungsform. Etappenpreise mit klaren Meilensteinen schaffen mehr Sicherheit als ein offener Stundenpool.
Prüffrage: «Welche Posten sind nicht in der Offerte, und was kosten Änderungen?»
6. Betrieb nach dem Go-Live
Der Go-Live ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Adobe veröffentlicht regelmässig Sicherheits-Patches für Magento, die eingespielt und getestet werden müssen. Dazu kommen Hosting, Monitoring und Weiterentwicklung.
Viele Budgets scheitern genau hier. Die versteckten Webshop-Kosten liegen fast immer nach dem Launch.
Prüffrage: «Was kostet der Betrieb pro Jahr, und wie schnell reagieren Sie bei einem Ausfall?»
7. Referenzen, die Sie anrufen können
Logos auf der Website sind schnell gesetzt. Aussagekräftiger ist ein Gespräch mit einem bestehenden Kunden, idealerweise aus Ihrer Branche.
Prüffrage: «Kann ich mit einem Ihrer Kunden sprechen, der ein ähnliches Setup hat?»
Warnsignale im Erstgespräch
- Magento ist eines von zehn Systemen, die die Agentur anbietet.
- Zertifikate stehen auf der Website, aber niemand davon arbeitet an Ihrem Projekt.
- Auf die ERP-Frage kommt nur: «Das machen wir über eine API.»
- Ein Pauschalpreis ohne Leistungsbeschrieb.
- Der Betrieb wird erst «nach dem Launch angeschaut».
Und jetzt ehrlich
Wir sind selbst eine Magento-Agentur, dieser Artikel ist also nicht neutral. Trotzdem: Magento ist nicht für jeden. Wer unter CHF 30'000 investieren will, keine ERP-Anbindung braucht und ein überschaubares Sortiment hat, ist mit Shopify oder Shopware oft besser bedient.
Eine gute Magento-Agentur sagt Ihnen das im Erstgespräch. Einen ehrlichen Vergleich finden Sie unter Magento vs Shopware.
Fazit und nächster Schritt
Zusammengefasst: Wählen Sie eine Magento-Agentur nicht nach Offertpreis, sondern nach ERP-Erfahrung, Team und Betrieb nach dem Go-Live. Stellen Sie jeder Agentur dieselben sieben Prüffragen. Und lassen Sie sich einen Kunden mit ähnlichem Setup nennen.
Wie wir als Schweizer Magento-Agentur arbeiten, zertifiziert für Adobe Commerce und Hyvä, sehen Sie auf unserer Seite zur Magento-Agentur.
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Häufige Fragen zur Magento-Agentur Schweiz
Was kostet eine Magento-Agentur in der Schweiz?
Aussagekräftiger als der Stundensatz ist das Projektbudget. Für einen B2B-Shop mit ERP-Anbindung sind CHF 30’000 bis 120’000 realistisch, je nach Komplexität.
Wie lange dauert ein Magento-Projekt?
Mit ERP-Anbindung realistisch 4 bis 6 Monate bis zum Go-Live. Wer deutlich Schneller verspricht, verschweigt meist etwas.
Brauche ich eine Agentur mit Sitz in der Schweiz?
Nicht zwingend. Eine Projektleitung, die Schweizer ERP-Systeme, Mehrsprachigkeit und Zahlungsgewohnheiten kennt, verhindert aber viele Missverständnisse.
Welche Zertifizierungen sind für Magento wichtig?
Adobe zertifiziert Entwickler für Adobe Commerce, zum Beispiel als Professional oder Expert. Für das Hyvä-Frontend gibt es eigene Zertifikate. Wichtig ist, dass die zertifizierten Personen auch an Ihrem Projekt arbeiten.
Kann ich die Agentur später wechseln?
Ja. Magento Open Source gehört Ihnen. Achten Sie im Vertrag darauf, dass Code, Zugänge und Dokumentation an Sie übergeben werden.
Wann ist Magento die falsche Wahl?
Bei Budgets unter CHF 30’000, ohne ERP Anbindung und mit überschaubarem Sortiment. Dann sind Shopify oder Shopware oft die bessere Lösung.
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