Diese Frage kam bei uns lange mit einer klaren Antwort: Wer ernsthaftes B2B macht, nimmt Magento. Seit 2026 stimmt das so pauschal nicht mehr. Shopify hat nachgelegt, und wer heute vergleicht, sollte mit aktuellen Zahlen rechnen.

Dieser Artikel zeigt, was sich geändert hat, wo Shopify heute wirklich reicht und ab welcher Anforderung Magento die bessere Wahl bleibt.

Auf einen Blick

  • Seit April 2026 stecken zentrale B2B-Funktionen in Shopifys Standardplänen, nicht mehr nur in Plus.
  • Shopify Plus beginnt bei rund USD 2'300 pro Monat, mit Laufzeitbindung.
  • Magento gewinnt bei individueller Preislogik aus dem ERP, tiefen Freigabehierarchien und Sonderprozessen.
  • Faustregel: Einfaches B2B kann heute Shopify. Komplexes B2B mit ERP im Zentrum bleibt Magento-Terrain.

Was sich 2026 geändert hat

Im April 2026 hat Shopify die wichtigsten B2B-Funktionen in die Standardpläne übernommen. Firmenprofile, Kataloge mit kundenspezifischen Preisen, Mengen- und Staffelregeln, Zahlungsziele und ein B2B-Checkout sind seither ohne Plus verfügbar.

Das ist eine echte Verschiebung. Bis dahin war die Rechnung einfach: Wer B2B auf Shopify wollte, brauchte Plus oder einen Stapel Apps. Heute reicht für einfachere Setups ein Standardplan. Wer diesen Vergleich vor 2026 gemacht hat, sollte ihn neu rechnen.

Was Shopify heute gut kann

Schnell live gehen. Kein Hosting, keine Serverpflege, kein Update-Management. Für einen Betrieb ohne IT-Ressourcen ist das ein realer Vorteil.

Firmenprofile und Kataloge. Mehrere Einkäufer pro Firma, eigene Kataloge mit eigenen Preisen, Zahlungsziele. Für Händler mit überschaubarer Kundenstruktur deckt das viel ab.

Betriebssicherheit. Verfügbarkeit, Sicherheit und Skalierung liegen beim Anbieter. Das ist Geld wert und wird beim Vergleich oft vergessen.

Wo Shopify im B2B an Grenzen kommt

Fünf Punkte, an denen wir in Projekten regelmässig anstossen:

1. Kundenpreise in Echtzeit aus dem ERP. Shopify arbeitet mit Katalogen, die gepflegt und synchronisiert werden. Wenn Ihr ERP für jeden Kunden und Artikel einen eigenen Vertragspreis führt, wird das zur Übung in Datenabgleich. Magento kann den Preis beim Seitenaufruf direkt aus dem ERP holen. Die Alternativen vergleicht der Artikel zu Kundenpreisen im B2B-Webshop.

2. Mehrstufige Freigaben. Einkäufer bestellt, Abteilungsleiter gibt frei, ab CHF 10'000 zusätzlich die Geschäftsleitung. Solche Hierarchien sind auf Shopify aufwendig nachzubauen.

3. Punchout und Beschaffungssysteme. Wenn Ihre Grosskunden aus SAP Ariba oder einem anderen Beschaffungssystem heraus bestellen, brauchen Sie Punchout. Auf Magento ist das etabliert, auf Shopify die Ausnahme.

4. Konfiguratoren und Stücklisten. Produkte, die aus Komponenten zusammengestellt und dann kalkuliert werden, sprengen den Katalogansatz.

5. Tiefe Prozessanpassung. Shopify gibt den Rahmen vor. Das ist meistens ein Vorteil, bis Sie den Rahmen verlassen müssen. Dann fehlt der Zugriff.

Die Kosten, nüchtern gerechnet

Shopify Plus beginnt bei rund USD 2'300 pro Monat bei einjähriger Laufzeit, günstiger bei drei Jahren. Bei sehr hohen Umsätzen greift alternativ eine umsatzabhängige Gebühr. Standardpläne liegen deutlich darunter und decken seit 2026 die Basis-B2B-Funktionen ab.

Bei Magento Open Source entfällt die Lizenz. Dafür zahlen Sie Hosting, Wartung und Updates. Rechnen Sie beide Wege über fünf Jahre, sonst vergleichen Sie eine Monatsgebühr mit einer Projektsumme.

Der entscheidende Posten ist in beiden Fällen derselbe: Agentur und Betrieb. Die Plattformgebühr ist selten der grösste Block. Was noch dazukommt, listet der Artikel zu den versteckten Kosten im E-Commerce.

WO LIEGT DIE WAHRHEIT ÜBER DEN PREIS? KATALOG-SYNC ERP Katalog Kopie im Shop Kunde Der Preis wird in Intervallen kopiert. Zwischen zwei Abgleichen kann er veralten. DIREKTABFRAGE ERP Shop Kunde Der Shop fragt beim Aufruf. Es gibt nur eine Wahrheit, und die liegt im ERP. Je individueller Ihre Vertragspreise, desto wichtiger wird der zweite Weg.

Die Entscheidungsregel

Wir stellen drei Fragen, und meist ist die Sache danach klar:

Wenn Sie zweimal nein und einmal nein antworten, nehmen Sie Shopify. Kein Quatsch. Ein System, das Ihre Anforderungen abdeckt und das Sie betreiben können, schlägt jedes theoretisch mächtigere.

Und jetzt ehrlich

Wir machen kein Shopify. Nicht weil es schlecht ist, sondern weil unsere Welt Magento, Adobe Commerce und ERP-Integration ist. Diese Einordnung gehört zu einem ehrlichen Vergleich dazu.

Was wir daraus ableiten: Wenn Sie unter CHF 30'000 investieren wollen und Ihr B2B-Geschäft überschaubar ist, sind Sie bei Shopify besser aufgehoben als bei uns. Wenn Ihr ERP im Zentrum steht und die Konditionslogik dort lebt, dann reden wir. Der Unterschied ist selten die Funktionsliste, sondern die Frage, wo die Wahrheit über Ihre Preise liegt.

Fazit und nächster Schritt

Zusammengefasst: Shopify hat 2026 im B2B deutlich aufgeholt und deckt einfachere Setups heute zu einem Bruchteil der früheren Kosten ab. Magento bleibt die bessere Wahl, wenn Vertragspreise in Echtzeit aus dem ERP kommen, mehrstufige Freigaben nötig sind oder Punchout und Konfiguratoren im Spiel sind. Rechnen Sie beide Wege über fünf Jahre und prüfen Sie zuerst, wo Ihre Preislogik lebt.

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