Auf einen Blick
- Einfacher B2B-Shop: rund CHF 20'000 bis 40'000 einmalig.
- Mittlerer B2B-Shop mit ERP-Anbindung: rund CHF 40'000 bis 80'000.
- Komplexer B2B-Shop (Multistore, mehrere Länder, tiefe Integration): CHF 80'000 bis über 120'000.
- Laufend pro Jahr: rund CHF 3'000 bis 15'000 für Hosting, Wartung und Support.
- Der grösste Posten ist die Entwicklung, nicht die Plattform-Lizenz. Magento Open Source kostet keine Lizenz.
Warum es keinen einen Preis gibt
Ein B2B-Webshop ist kein Produkt aus dem Regal. Er ist ein System, das zu Ihren Prozessen passen muss. Zwei Firmen aus derselben Branche können für sehr unterschiedliche Lösungen sehr unterschiedliche Beträge zahlen, und beide haben recht.
Den Preis bestimmen vor allem fünf Dinge: die Plattform, der Umfang der Entwicklung, die Anbindung an Ihr ERP, die Datenqualität und die laufenden Kosten. Gehen wir sie der Reihe nach durch.
Kostenblock 1: Die Plattform
Hier entsteht das erste Missverständnis. Viele rechnen mit hohen Lizenzkosten, dabei ist das oft der kleinste Posten.
Magento Open Source kostet keine Lizenzgebühr. Sie zahlen für Entwicklung, Hosting und Betrieb, nicht für die Software selbst. Für die meisten Schweizer KMU im B2B ist das der sinnvolle Weg, oft kombiniert mit einem schlanken Hyvä-Theme für Performance.
Adobe Commerce ist die lizenzpflichtige Enterprise-Variante. Die Kosten richten sich nach Ihrem Umsatz und beginnen je nach Modell bei rund CHF 40'000 pro Jahr, nach oben offen. Das lohnt sich erst bei grossem Volumen oder echten Enterprise-Anforderungen wie mehreren Mandanten und globalen Strukturen.
Für die meisten B2B-KMU heisst das in der Praxis: Plattform-Lizenz nahe null, weil Open Source genügt. Welche Plattform zu Ihnen passt, hängt vom Volumen ab, nicht vom Wunschdenken.
Kostenblock 2: Die Entwicklung (der grösste Posten)
Hier liegt das Geld. Die Entwicklung umfasst Setup, Design, Funktionen, Datenmigration und Testing. Realistische einmalige Spannen aus unseren Projekten:
- CHF 15'000 bis 30'000 für einen Standard-B2B-Shop mit Login, Kundengruppen und Basis-Funktionen.
- CHF 30'000 bis 60'000 für mittlere Komplexität mit kundenindividuellen Preisen, grösserem Katalog und ERP-Anbindung.
- CHF 60'000 bis über 120'000 für komplexe Setups mit Multistore, mehreren Ländern, Sprachen oder tiefer Integration.
Was die Entwicklung teurer macht, sind selten die Standard-Funktionen. Es sind die Sonderfälle: komplexe Preislogiken, Freigabe-Workflows, Schnittstellen zu mehreren Systemen. Jede Ausnahme von der Regel kostet.
Kostenblock 3: Die ERP-Anbindung
Im B2B fast immer ein Muss. Bestände, Preise und Bestellungen sollen automatisch zwischen Shop und ERP fliessen. Was das kostet, hängt stark vom ERP ab.
Hat Ihr ERP eine native oder zertifizierte Schnittstelle, etwa Abacus über die offizielle REST-API oder myfactory über den Shop-Connector, ist die Anbindung günstiger und stabiler. Realistisch liegen Sie hier oft bei CHF 5'000 bis 30'000, je nach Umfang und Datenqualität.
Hat Ihr ERP keine fertige Schnittstelle, etwa SAP Business One, wird es aufwendiger, weil mehr Eigenentwicklung nötig ist. Wie diese Entscheidung im Detail aussieht, zeigt der Artikel zu den SAP-Business-One-Integrationskosten.
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Die Schnittstelle selbst ist selten das Problem. Es ist die Qualität Ihrer Daten im ERP. Das sehen wir in fast jedem Projekt.
Kostenblock 4: Die laufenden Kosten
Ein Shop ist kein einmaliger Kauf, sondern ein Betrieb. Planen Sie pro Jahr ein:
- Hosting: realistisch ab CHF 150 bis 300 pro Monat für schnelles, managed Hosting. Bei hohem Volumen mehr.
- Wartung und Updates: Sicherheitsupdates, Plattform-Updates, kleinere Anpassungen. Ohne Pflege wird ein Shop zum Risiko.
- Support: Ansprechpartner, wenn etwas klemmt.
In Summe landen die meisten KMU bei CHF 3'000 bis 15'000 pro Jahr, abhängig von Grösse und Service-Level. Wer hier spart, zahlt es bei Ausfällen und Sicherheitslücken doppelt.
Die versteckten Kosten, die niemand einplant
Die technische Entwicklung ist sichtbar und wird budgetiert. Die folgenden Posten werden oft vergessen und summieren sich.
- Datenaufbereitung. ERP-Daten sind selten shop-tauglich. Artikelbeschreibungen, Bilder und Kategorien müssen aufbereitet werden, oft mit einem PIM. Das kostet Zeit, intern oder extern.
- Content und Bilder. Gute Produktbilder und Texte verkaufen. Schlechte kosten Conversion.
- Schulung. Ihr Team muss den Shop bedienen können.
- Interner Aufwand. Workshops, Abstimmungen, Tests binden Ihre Leute. Das ist kein Rechnungsposten, aber echte Zeit.
Diese Posten fressen erfahrungsgemäss oft mehr Budget als gedacht. Wer sie von Anfang an einplant, erlebt keine böse Überraschung.
Drei realistische Budget-Szenarien
Zur Orientierung, was Sie für welches Budget bekommen.
Szenario klein, rund CHF 20'000 bis 40'000. Ein sauberer B2B-Shop auf Magento Open Source mit Login, Kundengruppen, einfacher ERP-Anbindung bei gutem Datenstand. Passend für einen überschaubaren Katalog und klare Prozesse.
Szenario mittel, rund CHF 40'000 bis 80'000. Kundenindividuelle Preise und Staffeln, grösserer Katalog, solide ERP-Integration, etwas Datenaufbereitung. Das ist der häufigste Fall bei wachsenden KMU.
Szenario gross, ab CHF 80'000. Multistore, mehrere Länder oder Sprachen, mehrere Systeme, anspruchsvolle Workflows. Hier kann Adobe Commerce sinnvoll werden, mit entsprechender Lizenz.
Dazu kommen in allen Szenarien die laufenden Kosten pro Jahr.
Wo Sie sparen können und wo nicht
Und jetzt ehrlich: Wir sind nicht die günstigsten, und das ist Absicht. Aber es gibt Stellen, an denen Sparen sinnvoll ist, und solche, an denen es teuer wird.
Sinnvoll sparen können Sie beim Start-Umfang. Sie müssen nicht alles auf einmal bauen. Beginnen Sie mit dem, was den grössten Schmerz löst, und bauen Sie aus. Magento Open Source statt Adobe Commerce spart die Lizenz, solange Sie deren Enterprise-Funktionen nicht brauchen.
Teuer wird Sparen bei der Datenqualität, beim Hosting und bei der Wartung. Eine billige Anbindung auf schlechten Daten produziert Fehler, die Sie später teuer korrigieren. Billiges Hosting kostet Sie Verfügbarkeit und Umsatz.
Die beste Investition ist nicht der niedrigste Preis, sondern die Lösung, die in drei Jahren noch trägt.
Fazit und nächster Schritt
Zusammengefasst: Ein B2B-Webshop in der Schweiz kostet einmalig meist zwischen CHF 20'000 und über 120'000, je nach Komplexität, plus rund CHF 3'000 bis 15'000 pro Jahr für den Betrieb. Den grössten Teil macht die Entwicklung aus, nicht die Lizenz. Wer Datenqualität, Hosting und Wartung ernst nimmt, zahlt anfangs mehr, aber langfristig weniger.
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Häufige Fragen zur B2B-Webshop
Was kostet ein B2B-Webshop in der Schweiz minimal?
Ein einfacher, sauberer B2B-Shop startet realistisch bei rund CHF 20’000 einmalig, plus laufende Kosten. Darunter wird es selten seriös, weil ERP-Anbindung und Datenqualität Aufwand bedeuten.
Sind die Lizenzkosten der grösste Posten?
Nein. Magento Open Source hat keine Lizenzgebühr. Der grösste Posten ist die Entwicklung, gefolgt von den oft unterschätzten versteckten Kosten wie Datenaufbereitung und Betrieb.
Was kostet der Betrieb pro Jahr?
Rund CHF 3’000 bis 15’000 für Hosting, Wartung, Updates und Support, je nach Grösse und Service-Level.
Lohnt sich Adobe Commerce gegenüber Magento Open Source?
Erst bei grossem Volumen oder echten Enterprise-Anforderungen. Für die meisten KMU genügt Open Source mit individuell entwickelten B2B-Funktionen, ohne jährliche Lizenz.
Warum sind die Spannen so breit?
Weil ein B2B-Shop zu Ihren Prozessen gebaut wird. Kundenpreise, Katalog, ERP und Sonderfälle treiben den Preis. Eine seriöse Schätzung gibt es erst nach einem kurzen Gespräch.
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