Magento oder Shopware? Wenn Sie als Schweizer KMU vor dieser Entscheidung stehen, finden Sie online vor allem zwei Sorten Artikel: solche, die alles bei der einen Plattform schlechtreden, und solche, die alles schönreden. Beides hilft Ihnen nicht.

Dieser Vergleich macht es anders. Wir gehen die Kriterien durch, die für ein KMU wirklich zählen, mit aktuellen Zahlen und einer klaren Empfehlung, für wen welche Plattform passt. Am Ende wissen Sie, welche Wahl zu Ihrem Fall passt, nicht zu unserem.

Auf einen Blick

  • Shopware ist die modernere, schlankere Wahl mit tieferen laufenden Kosten. Stark im europäischen Mid-Market, einfacher zu bedienen, ideal für einen schnellen, sauberen Start.
  • Magento (Adobe Commerce) ist die Wahl für komplexes, globales B2B, sehr grosse Kataloge und tiefe Individualisierung. Grösstes Ökosystem, am meisten erprobt.
  • Kosten: Beide haben eine kostenlose Open-Source-Variante. Über drei Jahre ist Shopware oft 40 bis 60 Prozent günstiger als Adobe Commerce.
  • Kurz: Es gibt keinen Sieger, nur den besseren Fit. Die Frage ist, wo Ihr Projekt steht.

Transparenz vorweg: unser Bias

Damit Sie diesen Artikel richtig einordnen können, sagen wir es offen: Wir sind eine Magento-Agentur. Wir kennen Magento tiefer als Shopware, und wir verdienen unser Geld mit Magento-Projekten.

Genau deshalb nehmen wir uns vor, Shopware fair zu behandeln, und wir werden Ihnen klar sagen, wann Shopware die bessere Wahl ist. Eine Empfehlung, die immer zur eigenen Plattform führt, ist keine Beratung, sondern Verkauf. Lesen Sie den Artikel mit diesem Wissen, dann ist er wertvoll für Sie.

Die zwei Plattformen in einem Satz

Magento entstand 2008, gehört seit 2018 zu Adobe und ist global auf Enterprise ausgelegt. Es betreibt weltweit über 250'000 Shops und ist besonders stark bei komplexem B2B, grossen Katalogen und Multistore-Strukturen. Die kostenlose Variante heisst Magento Open Source, die lizenzpflichtige Enterprise-Variante Adobe Commerce.

Shopware kommt aus dem deutschen Schöppingen, ist seit 2000 am Markt und auf den europäischen, besonders den DACH-Mittelstand zugeschnitten. Die aktuelle Generation Shopware 6 ist ein moderner Neubau auf Symfony und Vue.js, API-first und auf Bedienbarkeit getrimmt.

Beide sind 2026 Open-Source-basiert, headless-fähig und für seriöse Shops geeignet. Sie stehen nur an unterschiedlichen Stellen im Markt.

Kriterium 1: Kosten und Total Cost of Ownership

Hier liegt der grösste praktische Unterschied, und er wird oft falsch verstanden.

Magento. Magento Open Source kostet keine Lizenz. Adobe Commerce dagegen wird umsatzabhängig lizenziert und liegt je nach Modell grob zwischen CHF 20'000 und 180'000 pro Jahr. Diese umsatzbasierte Gebühr steigt mit Ihrem Erfolg, und bei Vertragsverlängerungen sehen viele Händler spürbare Erhöhungen.

Shopware. Die Community Edition ist kostenlos. Darüber gibt es Abo-Modelle mit planbaren Pauschalpreisen, die je nach Stufe etwa bei einigen hundert Franken pro Monat beginnen und nach oben gestaffelt sind. Diese flache, planbare Preisstruktur ist ein echter Vorteil.

Über drei Jahre gerechnet liegt Shopware bei einem mittelgrossen Shop häufig 40 bis 60 Prozent unter Adobe Commerce. Der Hauptgrund ist nicht nur die Lizenz, sondern auch der geringere Entwicklungs- und Wartungsaufwand durch die modernere Architektur.

Ehrlich gesagt: Wenn das Budget der entscheidende Faktor ist und Sie keine Enterprise-Funktionen brauchen, spricht das für Shopware oder für Magento Open Source, nicht für Adobe Commerce. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Posten finden Sie im Artikel Was kostet ein B2B-Webshop in der Schweiz?.

Kriterium 2: B2B-Funktionen

Für Schweizer KMU im Grosshandel oder in der Industrie ist das oft das wichtigste Kriterium.

Magento. Die native B2B-Suite von Adobe Commerce ist sehr umfangreich: Firmenkonten mit Hierarchien, Freigabe-Workflows, Bestelllisten, Angebotsfunktionen und kundenindividuelle Kataloge. Bei wirklich komplexem, global verzweigtem B2B mit vielen Sonderfällen spielt Magento seine Tiefe aus.

Shopware. Auch Shopware deckt B2B stark ab, mit Firmenkonten, Rollen und Rechten, kundenspezifischen Preisen und vertragsbezogenen Konditionen. Weil Shopware konsequent API-first gebaut ist, fügt es sich oft sauberer in europäische B2B-Prozesse und ERP-Workflows ein, wie viele Mittelständler tatsächlich verkaufen.

Ehrlich gesagt: Für den typischen europäischen Mittelstand reicht Shopware im B2B sehr weit und fühlt sich oft natürlicher an. Für global verzweigtes Enterprise-B2B mit tiefer Sonderlogik geht Magento weiter. Welche Preis-Logik dahintersteht, vertieft der Artikel Kundenpreise im B2B-Webshop.

Kriterium 3: ERP-Anbindung

Unser Kernthema, und für ein KMU mit Abacus, SAP, myfactory oder Comatic entscheidend.

Shopware ist API-first konzipiert. Das macht Anbindungen an ERP-Systeme häufig schlanker, weil moderne REST- und Event-basierte Schnittstellen weniger Reibung erzeugen als ältere Muster.

Magento lässt sich genauso an jedes ERP anbinden und ist dabei extrem flexibel, verlangt aber je nach Fall mehr Eigenentwicklung. Dafür gibt es für die gängigen Schweizer ERP-Systeme bereits erprobte Magento-Connectoren, etwa für Abacus.

Ehrlich gesagt: Technisch nehmen sich beide wenig, beide lassen sich sauber anbinden. Entscheidend ist weniger die Plattform als die Qualität Ihrer Daten im ERP. Wie eine solche Anbindung funktioniert, zeigt unser Guide zur ERP-Webshop-Anbindung, und welche Systeme wir verbinden, sehen Sie in der Übersicht der ERP-Schnittstellen.

Kriterium 4: Technik, Performance und Hosting

Magento läuft auf einem anspruchsvollen Stack mit PHP 8.3 oder 8.4, MariaDB, OpenSearch oder Elasticsearch, Redis und RabbitMQ. Das ist leistungsfähig, verlangt aber dediziertes, fachkundiges Hosting. Für Performance setzen wir bei Magento auf das schlanke Hyvä-Frontend.

Shopware läuft auf einem moderneren, schlankeren Stack mit PHP 8.2 und Symfony und stellt geringere Ansprüche an die Infrastruktur. Das senkt Hosting-Aufwand und Komplexität.

Ehrlich gesagt: Shopware ist hier im Vorteil, weil weniger bewegliche Teile weniger kosten und weniger schiefgehen kann. Magento ist nicht langsamer, aber aufwendiger im Betrieb. Mit Hyvä holt Magento bei der Frontend-Performance allerdings stark auf.

Kriterium 5: Bedienung und Updates

Shopware hat eine moderne, aufgeräumte Admin-Oberfläche, die Redaktion und Pflege erleichtert. Das App-System sorgt zudem dafür, dass Erweiterungen Updates seltener blockieren, was die Plattform langfristig wartungsärmer macht.

Magento ist mächtig, aber das Backend ist sperriger und die Einarbeitung länger. Updates und Erweiterungen erfordern mehr Sorgfalt und Entwickler-Know-how.

Ehrlich gesagt: Wenn Ihr Team den Shop selbst pflegen soll und keine Entwickler im Haus hat, ist Shopware angenehmer. Magento entfaltet seine Stärke dort, wo ohnehin eine Agentur oder ein technisches Team dahintersteht.

PLATTFORM-WAHL · ZWEI POSITIONEN SHOPWARE Mid-Market · schneller Start · tiefere TCO MAGENTO / ADOBE COMMERCE Enterprise · komplexes B2B · grosse Kataloge einfacher, schlanker komplexer, tiefer Ihr Fall? Kein Sieger, sondern zwei Positionen — entscheidend ist, wo Ihr Projekt steht.

Kriterium 6: Ökosystem und Partner in der Schweiz

Magento hat das grössere globale Ökosystem mit über 150'000 Entwicklern und Hunderten von Lösungspartnern. Sie finden für fast jede Anforderung eine Extension und für jede Region eine Agentur, auch in der Schweiz.

Shopware ist im DACH-Raum stark verankert und wächst, das Ökosystem ist aber kleiner und in der Schweiz noch im Aufbau. Es gibt gute Partner, aber weniger Auswahl als bei Magento.

Ehrlich gesagt: Bei Magento ist die Unabhängigkeit von einer einzelnen Agentur grösser, weil es mehr Anbieter gibt. Bei Shopware sollten Sie Ihren Partner sorgfältiger wählen.

Kriterium 7: SEO und Sichtbarkeit

Beide Plattformen sind technisch SEO-fähig, beide können sehr gut ranken. Der Unterschied liegt im Aufwand, sauberes und stabiles SEO über die Zeit zu halten.

Shopware bringt für Redaktion und Content-Commerce von Haus aus angenehme Werkzeuge mit. Magento ist ebenso leistungsfähig, verlangt aber etwas mehr technische Pflege, um schnell und sauber zu bleiben. Für die KI-Suche gilt für beide dasselbe: Strukturierte Daten und saubere Inhalte entscheiden, nicht die Plattform.

Für wen welche Plattform?

Die ehrliche Kurzfassung.

Wählen Sie Shopware, wenn Sie:

Wählen Sie Magento (Adobe Commerce), wenn Sie:

Unsere ehrliche Empfehlung

Wir sind Magento-Spezialisten, und trotzdem ist unsere Empfehlung differenziert.

Für viele Schweizer KMU mit einem soliden, aber nicht extrem komplexen B2B-Bedarf ist Shopware heute eine ausgezeichnete, oft günstigere Wahl. Das sagen wir, obwohl wir es nicht bauen.

Magento empfehlen wir dann, wenn die Anforderungen die Tiefe wirklich brauchen: komplexe Preis- und Freigabelogik, riesige Sortimente, mehrere Länder, tiefe Integration in eine gewachsene Systemlandschaft. Dort ist Magento jeden zusätzlichen Franken wert, und dort sind wir die Richtigen.

Der ehrlichste Rat: Entscheiden Sie nicht nach der Plattform, sondern nach Ihrem Fall. Und holen Sie eine Einschätzung von jemandem ein, der Ihnen auch von seiner eigenen Plattform abrät, wenn sie nicht passt.

Fazit und nächster Schritt

Zusammengefasst: Magento und Shopware sind beide hervorragende Plattformen, sie stehen nur an unterschiedlichen Stellen. Shopware ist die modernere, schlankere und über drei Jahre meist günstigere Wahl für den Mid-Market und für Teams, die selbst pflegen. Magento ist die Wahl für komplexes B2B, grosse Kataloge und tiefe Individualisierung, mit dem grössten Ökosystem. Es gibt keinen Sieger, nur den besseren Fit für Ihren Fall.

Wenn Sie eine ehrliche Einschätzung für Ihr Projekt wollen, auch wenn sie gegen Magento ausfällt, dann sprechen Sie mit uns. Buchen Sie ein 30-minütiges Erstgespräch. Kostenlos, unverbindlich, mit einer klaren Empfehlung. Termin wählen.