Im B2B zählt Tempo. Ihre Stammkunden wollen nicht durch den Katalog klicken, sie wollen bestellen, was sie immer bestellen, und zwar schnell. Genau das leistet Quick-Order. Aber Quick-Order ist nicht gleich Quick-Order. Je nachdem, wie Ihre Kunden arbeiten, passt eine andere Umsetzung.

Dieser Artikel zeigt vier konkrete Quick-Order-Implementierungen und für welchen KMU-Typ sich welche eignet. So sehen Sie, welcher Weg zu Ihren Kunden passt, bevor Sie investieren.

Auf einen Blick

  • Quick-Order heisst: schnell bestellen, ohne durch den Katalog zu navigieren.
  • Vier Wege: Schnellerfassung per Artikelnummer, CSV-Upload, Nachbestellung aus der Historie, gespeicherte Bestelllisten.
  • Wichtig: In Adobe Commerce sind diese Funktionen nativ. In Magento Open Source brauchen sie eine Extension oder Eigenentwicklung.
  • Die Grundlage: Egal welcher Weg, Artikelnummern, Lager und Preise müssen aus dem ERP stimmen.

Warum Quick-Order im B2B den Unterschied macht

B2B-Kunden kaufen nicht zum Vergnügen. Sie bestellen, was der Betrieb braucht, oft dieselben Artikel, oft unter Zeitdruck. Jeder zusätzliche Klick ist Reibung, und Reibung kostet.

Wir sehen in Projekten immer wieder dasselbe: Sobald Stammkunden ihre Bestellungen in Sekunden statt Minuten erledigen, steigt die Bestellfrequenz und der Innendienst wird entlastet. Quick-Order ist deshalb selten ein nettes Extra, sondern oft der eigentliche Grund, warum ein B2B-Shop überhaupt angenommen wird.

Die Frage ist nur: Welche Umsetzung passt zu Ihren Kunden?

Implementierung 1: Schnellerfassung per Artikelnummer

Was es ist. Eine Eingabemaske, in die der Kunde Artikelnummern und Mengen tippt. Er fügt mehrere Positionen auf einmal hinzu, ohne eine einzige Produktseite zu öffnen.

Für wen. Für Kunden, die ihre Artikelnummern kennen. Handwerker, Wiederverkäufer, technische Betriebe, die immer wieder dieselben Teile bestellen. Wer die Nummer im Kopf oder auf dem Lieferschein hat, ist hier am schnellsten.

Umsetzung. In Adobe Commerce ist das die native Quick-Order-Seite. In Magento Open Source wird es über eine Extension oder eine eigene Eingabemaske gelöst. Wichtig ist eine Echtzeit-Suche, die schon bei den ersten Zeichen den richtigen Artikel vorschlägt.

Diese Variante ist der Klassiker und für die meisten B2B-Shops die Basis.

Implementierung 2: CSV- und Listen-Upload

Was es ist. Der Kunde lädt eine Datei mit Artikelnummern und Mengen hoch, und der ganze Warenkorb ist in einem Schritt gefüllt.

Für wen. Für Kunden, die grosse Bestellungen auf einmal aufgeben. Grosshändler, Filialisten oder Einkäufer, die ihre Bedarfsliste ohnehin in Excel oder im eigenen System pflegen. Statt 80 Positionen einzeln zu tippen, laden sie eine Datei hoch.

Umsetzung. In Adobe Commerce ist der CSV-Upload Teil der Quick-Order-Funktion. In Open Source übernimmt das eine Extension oder eine massgeschneiderte Lösung. Entscheidend ist eine saubere Fehlerbehandlung: Was passiert bei einer unbekannten Artikelnummer oder einer nicht lieferbaren Menge? Der Kunde muss sofort sehen, welche Zeile klemmt.

Diese Variante löst genau die Kunden ab, die heute noch Excel-Bestellungen per Mail schicken.

Implementierung 3: Nachbestellung aus der Historie

Was es ist. Der Kunde öffnet eine frühere Bestellung und legt sie mit einem Klick erneut in den Warenkorb, ganz oder in Teilen.

Für wen. Für Kunden mit regelmässig wiederkehrendem Bedarf. Gastronomie, Praxen, Hausverwaltungen, Produktion. Überall, wo Woche für Woche fast dasselbe bestellt wird, ist die Nachbestellung der schnellste Weg.

Umsetzung. Eine einfache Reorder-Funktion bringt Magento im Ansatz mit, aber der Standard ist für B2B oft zu umständlich. Eine gute B2B-Umsetzung zeigt die letzten Bestellungen übersichtlich, erlaubt das Anpassen von Mengen und das Hinzufügen mehrerer Bestellungen auf einmal. In Open Source meist über eine Extension oder Eigenentwicklung.

Diese Variante bindet Stammkunden, weil sie das Nachbestellen zur Sache von Sekunden macht.

Implementierung 4: Gespeicherte Bestelllisten

Was es ist. Wiederverwendbare Listen mit häufig bestellten Artikeln. Anders als ein Warenkorb bleibt eine Bestellliste nach dem Bestellen erhalten und kann immer wieder genutzt werden.

Für wen. Für grössere Kunden mit mehreren Einkäufern oder Abteilungen. Jede Abteilung pflegt ihre eigene Liste, etwa Verbrauchsmaterial, Ersatzteile oder Saisonware. Auch für Aussendienst-Teams, die für ihre Kunden vorbereitete Listen nutzen.

Umsetzung. In Adobe Commerce heisst das Requisition Lists, und ein Kunde kann bis zu 999 solcher Listen führen. In Magento Open Source gibt es das nicht von Haus aus, hier braucht es eine Extension oder eine eigene Lösung.

Diese Variante lohnt sich, sobald auf Kundenseite mehrere Personen bestellen und Struktur gefragt ist.

QUICK-ORDER · VIER WEGE, EIN WARENKORB # Artikelnummer CSV-Upload Nachbestellung Bestellliste Vier Wege, ein Warenkorb — Ihre Kunden bestellen in Sekunden.

Welcher Weg passt zu Ihren Kunden?

Eine kurze Orientierung:

Und das Beste: Diese Wege schliessen sich nicht aus. Die meisten guten B2B-Shops kombinieren zwei oder drei davon, weil verschiedene Kunden verschieden bestellen.

Die Grundlage, die oft vergessen wird

Quick-Order ist nur so gut wie die Daten dahinter. Egal welche Variante: Wenn Artikelnummern, Lagerbestände oder Preise nicht stimmen, frustriert die schnellste Eingabemaske.

Deshalb hängt Quick-Order eng an Ihrer ERP-Anbindung. Die Artikelnummern im Shop müssen denen im ERP entsprechen, der Lagerbestand muss aktuell sein, und der Kunde muss seinen Preis sehen. Wie diese Anbindung funktioniert, zeigt unser Guide zur ERP-Webshop-Anbindung.

Und jetzt ehrlich: Nicht jeder Shop braucht alle vier Varianten. Wer mit der Schnellerfassung und der Nachbestellung startet, deckt die meisten B2B-Fälle bereits ab. Den Rest baut man aus, wenn der Bedarf da ist.

Fazit und nächster Schritt

Zusammengefasst: Quick-Order entscheidet im B2B oft darüber, ob ein Shop genutzt wird. Vier Wege stehen zur Wahl: Schnellerfassung per Artikelnummer, CSV-Upload, Nachbestellung aus der Historie und gespeicherte Bestelllisten. In Adobe Commerce sind sie nativ, in Magento Open Source brauchen sie eine Extension oder Eigenentwicklung. Welche passt, hängt davon ab, wie Ihre Kunden bestellen, und die Grundlage ist immer eine saubere ERP-Anbindung.

Wenn Sie überlegen, welche Quick-Order-Lösung zu Ihren Kunden passt, finden Sie hier unser Angebot für B2B-Onlineshops.

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